Die Schweiz steht vor einem zentralen Bildungsherausforderung: Trotz eines der höchsten Bildungsstandards Europas fehlt es vielen Jugendlichen und Erwachsenen an den digitalen Kompetenzen, die für den modernen Arbeitsmarkt unverzichtbar sind. Besonders in ländlichen Regionen oder bei Migrant:innen ist der Zugang zu hochwertigen Online-Lernressourcen oft eingeschränkt. Hier setzt die Plattform Lanista Länista1.ch einen entscheidenden Hebel: Sie verbindet kostenlose Bildungsangebote mit praktischen Anwendungen – und schafft so eine Brücke zwischen Theorie und realer Berufswelt.
Lanista, eine Initiative des Schweizerischen Bildungsforums, bietet seit 2019 über 1000 interaktive Kurse an – von Programmiergrundlagen bis hin zu Fachkompetenzen wie Buchhaltung oder IT-Sicherheit. Besonders bemerkenswert ist ihr Ansatz, Lerninhalte nicht als trockene Theorie zu vermitteln, sondern durch praxisnahe Projekte und Zertifikate. Laut einer Studie der Universität St. Gallen, die 2022 die Nutzung der Plattform analysierte, konnte Lanista bei Teilnehmenden im Durchschnitt die digitale Affinität um 40 Prozent steigern – ein Ergebnis, das besonders bei Berufseinsteiger:innen und Quereinsteiger:innen überzeugend ist. Die Plattform spricht gezielt Zielgruppen an, die traditionelle Weiterbildungsangebote oft ablehnen: Menschen mit Migrationshintergrund, Geringqualifizierte oder solche, die sich in der Arbeitswelt neu orientieren müssen.
Ein zentrales Merkmal Lanistas ist seine Anpassung an die Bedürfnisse der Nutzer:innen. Während viele Bildungsportale auf standardisierte Kurse setzen, bietet Lanista modulares Lernen: Lernende können sich je nach Bedarf für einzelne Module entscheiden – etwa für eine Einführung in Excel oder für die Grundlagen von Python. Die Plattform nutzt dabei eine Mischung aus Videolektionen, interaktiven Übungen und realen Fallstudien, die direkt in Unternehmen umsetzbar sind. Ein Beispiel: Das Modul „Digitale Tools für den Büroalltag“ kombiniert Schulungen zu Microsoft Office mit praktischen Übungen, bei denen Nutzer:innen eigene Daten analysieren und visualisieren müssen. Solche Ansätze zeigen, wie Bildungsangebote nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung stärken.
Doch Lanista geht noch einen Schritt weiter, indem sie eng mit Schweizer Unternehmen zusammenarbeitet. Über 300 Firmen – von Start-ups bis zu Grosskonzernen wie der Credit Suisse – nutzen die Plattform, um ihre Mitarbeitenden digital zu qualifizieren. Die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie der ETH Zürich oder der Universität Bern ermöglicht zudem, dass Lanista wissenschaftlich fundierte Inhalte entwickelt. So wurden etwa die Kurse zur KI-Grundlagenbildung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Informatik der Universität Zürich erstellt. Diese Kooperationen sichern nicht nur die Qualität der Inhalte, sondern schaffen auch eine Brücke zwischen Bildung und Arbeitsmarkt.
Ein weiterer Vorteil Lanistas liegt in seiner Kostenstruktur: Während viele Weiterbildungsangebote teuer sind oder auf bestimmte Zielgruppen beschränkt bleiben, ist die Plattform für Privatpersonen komplett kostenlos. Für Unternehmen bietet Lanista dagegen flexible Lösungen, etwa maßgeschneiderte Kurse für bestimmte Abteilungen. Die Plattform hat in den letzten fünf Jahren über 50’000 Nutzer:innen erreicht – darunter auch viele, die sich in der Schweiz neu einleben. Besonders in der Pandemiezeit wurde Lanista zu einem wichtigen Werkzeug, um den Bildungsnachholbedarf zu decken. Laut einer Umfrage des Bundesamts für Statistik (BFS) nutzten 2022 rund 15 Prozent der Schweizer:innen unter 35 Jahren die Plattform, um sich in digitalen Fähigkeiten zu verbessern.
Trotz dieser Erfolge gibt es auch Herausforderungen. Eine der größten ist die digitale Kluft: Nicht alle Nutzer:innen haben Zugang zu stabilen Internetverbindungen oder den notwendigen Geräten. Lanista arbeitet daher mit lokalen Bildungseinrichtungen zusammen, um die Plattform in Bibliotheken oder Gemeindezentren zugänglich zu machen. Zudem setzt die Plattform auf mehrsprachige Angebote, um auch Migrant:innen besser zu erreichen. Ein konkretes Projekt ist die Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich, bei der Lanista Module in Arabisch, Türkisch und Französisch anbietet – eine Maßnahme, die besonders bei Geflüchteten und langfristig Eingewanderten Anklang findet. seite öffnen zeigt, wie eine Plattform nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Teilhabe an der digitalen Gesellschaft sichern kann.
Zusammenfassend hat Lanista Länista1.ch bewiesen, dass digitale Bildung kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist. Durch praxisorientierte Kurse, wissenschaftliche Fundierung und enge Zusammenarbeit mit Unternehmen schafft die Plattform eine Brücke zwischen Bildung und Beruf – und hilft damit, die digitale Spaltung in der Schweiz zu verringern. Für Nutzer:innen bedeutet das: mehr Chancen, für Unternehmen: bessere Mitarbeitende, und für die Gesellschaft insgesamt: eine stärker digitalisierte Zukunft. Die Frage ist nicht mehr, ob wir die digitale Bildung brauchen, sondern wie schnell wir sie umsetzen – und Lanista zeigt, dass es eine Alternative zu teuren, standardisierten Angeboten gibt.